Aus dem Internet ins Wohnzimmer

„meine möbelmanufaktur“ bietet maßgefertige Schrankmöbel, Schiebetüren und Arbeitstische in Schreinerqualität zu Möbelhauspreisen an. Der Kunde konfiguriert sein Möbel online. Die Daten fließen nach einer kurzen Prüfung in die Produktion. Den Aufbau der ausgelieferten Möbel übernimmt der Kunde in Eigenregie. Zentraler Kern der vollautomatischen Losgröße-1-Fertigungsanlage, und entscheidend für den hochwertigen Look der Möbel, ist eine Novimat Concept R3 mit automatischem Einschub- und Anschlagsystem sowie IMALUX-Lasereinheit und Verleimteil von IMA Schelling.

„Die größten Herausforderungen bei der Realisierung unserer Online-Möbelmanufaktur waren das Shopsystem und der Konfigurator, mit dessen Hilfe der Kunde sich seinen Schrank passgenau und individuell entwerfen und bestellen kann, ohne dabei entscheidende Fehler zu machen“, sagt Sebastian Schips, der mit seiner Frau Birgit das Unternehmen vor acht Jahren gründete. „Unser typischer Kunde sitzt an einem Sonntagabend vor seinem Tablet oder PC und möchte ‚mal eben‘ einen Schrank konfigurieren und dabei Spaß haben“, ergänzt Birgit Schips. Da es auf dem Markt keinen Online-Möbel-Konfigurator gegeben habe, der diesem Anspruch genügt, entwickelte der Ingenieur für Holztechnik ihn einfach selbst. Grundlage dafür waren die Festlegung des Rasters auf das kleinstmögliche Maß – 1 mm – und ein Repertoire an Produkten, die zu 100 Prozent maschinell gefertigt werden können. 

Schritt für Schritt zum individuellen Möbel


Der Konfigurator auf der Website von „meine möbelmanufaktur“ leitet den Anwender Schritt für Schritt von der ersten Eingabe bis zum finalen Entwurf. Dabei erleichtern verschiedene, vorgegebene Möbelkategorien die Individualisierung. Die jeweiligen Maße können millimetergenau eingegeben und festgelegt werden, ob und wenn ja wie viele Schubladen, Regalböden und (Schiebe-)Türen in welchen Abmessungen gewünscht sind oder ob Dachschrägen zu berücksichtigen sind. Anschließend erfolgt die Eingabe von Material und Farbe. Sonderwünsche wie spezielle Dekore, Rückwandausschnitte, Kabeldurchlässe, Schlösser für Aktenschränke und vieles mehr können über die Bestellbemerkung oder telefonisch angefragt werden. Bei allen Schritten geben echte 3D-Darstellungen dem Kunden eine Vorstellung davon, wie sein Möbel sich entwickelt und am Ende aussehen wird. Zudem erhält er auf Wunsch Materialmuster. Die Lieferzeit beträgt vom Absenden des Auftrags bis zur Auslieferung des (zerlegten) Maßmöbels in der Regel drei bis fünf Wochen.

Aus dem Konfigurator in die Produktion


Sobald der Auftrag bei „meine möbelmanufaktur“ eingeht, werden zunächst die eingegebenen Daten auf Plausibilität sowie Machbarkeit geprüft und anschließend etwaige Sonderwünsche eingearbeitet. Ist alles einwandfrei, fließen die Informationen aus dem Konfigurator in die Produktion mit der Losgröße-1-Fertigungsanlage. Diese ist seit 2018 in Betrieb. Zuvor fertigte das Unternehmen auf Einzelmaschinen mit einem hohen Anteil manueller Arbeitsschritte. 

Bekantung im Durchlauf mit Laser und Leim


Bei der Konzeption der neuen Anlage kam Sebastian Schips seine langjährigen Erfahrungen aus der elterlichen Schreinerei zugute. Kernstück ist eine Bekantungsmaschine vom Typ Novimat /I/R75/540/R3 mit einem automatischen Einschub- und Anschlagsystem und einem 12-fach Kantenmagazin. Für die vierseitige Bekantung der zugeschnittenen Teile im Durchlauf ist die Maschine sowohl mit einer IMALUX-Lasereinheit als auch mit einem PU-Verleimaggregat ausgerüstet.

„Ich hatte die Novimat mit IMALUX auf der Ligna 2017 kennengelernt. Die Bekantungsqualität ist einmalig gut und die Maschinenverfügbarkeit auf dem Markt einzigartig“, sagt Schips, der auch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der IMALUX-Lasereinheit lobt und ergänzt: „Die Bekantung insbesondere der Fronten und Tischplatten muss erstklassig sein. Wenn sie nicht ordentlich gerundet und kopiert sind, fällt das sofort negativ auf. Insbesondere bei allen Hochglanz- und Mattlackfronten kommt der Laser zum Einsatz, um die edle Optik noch besser in Szene zu setzen.

Schips, der einen Faible für digitale Fertigungsverfahren hat, kreierte übrigens nicht nur den Konfigurator in Eigenregie. Auch die übergeordnete Anlagensteuerung ist eine Eigenentwicklung. „In unserer Anlage kombinieren wir Technologien unterschiedlicher Hersteller. Da war es das Einfachste, diese in eine genau auf unsere Anforderungen zugeschnittene Steuerungslösung einzubinden.“ Die Lösung ist flexibel und bietet die Möglichkeit, weitere Aggregate und Maschinen in das Konzept einzubinden. Das ist wichtig, denn die Umstellung auf eine komplett automatische Fertigung ist bei „meine möbelmanufaktur“ noch nicht ganz abgeschlossen. 
 

Mehrfach ausgezeichnet


Die Gründer Birgit und Sebastian Schips brachten ihr Geschäftsmodell schnell zum Laufen und wurden 2012 gleich mit zwei Preisen belohnt: Die "Wirtschaftswoche" verlieh dem Möbelstartup den Gründerpreis und das Online-Magazin, "Internet-Handel" kürte das Unternehmen zum Internet-Startup des Jahres. 2018 dann wurde das junge Unternehmen, das heute eine große zufriedene Kundenbasis besitzt, vom "Handelsblatt" als bester Onlinehändler für Maßmöbel ausgezeichnet.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website: 

www.meine-moebelmanufaktur.de

Solution - Das Zukunftsmagazin

 

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