Erwartungen übererfüllt

Im Juni 2019 nahm der Badmöbelhersteller burgbad in seinem Werk in Bad Fredeburg eine Combima mit Rückführung in Betrieb. Seitdem übertrifft die Anlage täglich die geplante Leistung.

Die zum türkischen ECZACIBASI-Konzern gehörende burgbad-Gruppe ist Weltmarktführer für erstklassige Badezimmermöbel. Produziert wird in insgesamt vier Werken, drei davon in Deutschland und eines im französischen Nogent le Roi. Mit dem Ziel der Kapazitätserweiterung begann der Konzern im vergangenen Jahr mit der Modernisierung seiner Produktionsstätten mittels Fertigungstechnik von IMA Schelling. In diesem Zusammenhang wurde im Juni 2019 am Firmenstammsitz in Bad Fredeburg eine neue Kantenbearbeitungsanlage in Betrieb genommen. Der offene, teilautomatische Kantenkreislauf (einseitige Combima mit Rückführung) ersetzt eine alte teilautomatisierte „U-Anlage“ mit zwei Kantenbearbeitungsmaschinen. Diese U-Anlage war störanfällig geworden und ließ sich auch nicht mehr aufrüsten. Die neue Anlage hat einen geplanten Teiledurchsatz von 800 bis 1000 Werkstücken pro Schicht.


Mehr Durchläufe, aber weniger Rüstzeiten


Der neue Kantenkreislauf wurde in das bestehende Umfeld integriert. Den Zuschnitt übernimmt eine bestehende Plattensäge. Die Beschickung der neuen Kantenbearbeitungsmaschine erfolgt manuell. Über zehn Meter lange Bodenrollenbahnen laufen die Werkstückstapel zur IMA Schelling Anlage und werden dort von dem Bediener der Maschine vom Stapel auf einen Luftkissentisch mit Verbindung eines Schrägrollentisches gelegt und der Combima zugeführt. Ein automatisches Einschub- - und Anschlagsystem gewährt hierbei größtmögliche Präzision. „Eine automatisierte Beschickung wäre grundsätzlich wünschenswert und technisch absolut machbar gewesen. Aus Kostengründen wurde jedoch darauf verzichtet“, erläutert Norbert Kordt, der zuständige Projektleiter bei IMA Schelling. 

Die Werkstücke durchlaufen die Anlage jeweils viermal. Vor jedem Durchlauf erfasst ein Kamerascanner automatisch jedes Teil über seinen QR-Code. Die gescannten Daten werden der Maschine bereitgestellt, die automatisch die korrekte Programmauswahl für die Bearbeitung vornimmt. Nach dem vierten Durchlauf fahren die bekanteten Werkstücke vor der weiteren Verarbeitung zur Zwischenlagerung in einen Igelpuffer.
 

Die neue Bekantung überzeugt trotz vier Durchläufen je Werkstück mit einem höheren Durchsatz. „Wir produzieren ein auftragsbezogenes Teilespektrum in eher kleinen Losen. An der alten zweiseitigen U-Anlage musste bei jeder Breitenänderung der Bezugsfräser der neuen Werkstückbreite angepasst werden. Das kostete wertvolle Zeit, die wir mit der Combima einsparen“, erklärt Gunther Grittmann, Werksleiter in Bad Fredeburg. Bei seiner Entscheidung für die IMA Schelling Anlage spielte das Preis-Leistungs-Verhältnis der Maschine eine entscheidende Rolle. 

Burgbad fertigt auf dieser Hauptanlage des Werks vor allem Korpusteile und Fronten und nutzt für die Bekantung PUR-Leim. Zur Bearbeitung kleiner Stückzahlen für den Premiumbereich steht in Bad Fredeburg zudem eine Novimat mit Leim- und Laseraggregat zur Verfügung. Auch das Furnier-Programm, das eine häufige Formatverstellung erfordert, läuft über diese Maschine. Überdies kommen drei ältere CNC-Fräsanlagen vom Typ BIMA 400 von IMA Schelling zum Fräsen, Bohren und Formatieren zum Einsatz.
 

Positive Bilanz


„Wir waren von der Kompetenz der IMA Schelling Group bereits im Vorfeld überzeugt und wurden darin absolut bestätigt. Die neue Anlage produziert vom ersten Tag an mehr als 1000 Werkstücke pro Schicht und damit mehr als gefordert“, sagt Gunther Grittmann und schwärmt noch heute von der exzellenten Projektarbeit während der Planung und Inbetriebnahme des neuen Kantenkreislaufs: „So einen reibungslosen, perfekten Ablauf habe ich in meinen 35 Jahren Berufserfahrung noch nicht erlebt.“ Die straffen Projektpläne seien eingehalten worden und das fachliche Know-how des IMA Schelling Personals vom Projektleiter bis zum Monteur sei beeindruckend.

Ausblick


Nach Fredeburg wird auch im Werk Grafenberg die Korpusfertigung modernisiert. Hier wird Ende 2020 eine hochmoderne, vollautomatisierte Losgröße-1-Anlage von IMA Schelling ihren Betrieb aufnehmen. Sie ersetzt eine ältere, teilautomatische Anlage. Ziel ist die Steigerung der Produktion um 50 Prozent. Burgbad wünschte sich für das Grafenberger Werk eine vollautomatische, direktverkettete Anlage mit flexiblem Zuschnitt und Formatbearbeitung sowie einem Durchsatz von 3000 Teilen pro Schicht. IMA Schelling entwickelte ein individuelles Konzept, das in die bestehende Hallenstruktur eingebracht werden kann. Die geplante LG-1-Anlage besteht aus zwei baugleichen, spiegelbildlichen ls1-Sägen sowie einem U-förmigen Kantenkreislauf aus zwei Combima N mit der entsprechenden Transport- und Handlingtechnik. Zugleich erhält das bestehende Flächenlager ein Retrofit mit einer neuen Beckhoff-Steuerung und einer aktuellen Lagerverwaltungssoftware. 

Ausstattung der Combima mit Rückführung 


Für den Einsatz bei burgbad in Bad Fredeburg wurde die Combima mit folgenden Aggregaten ausgerüstet:

• Einschubsystem X-30 und Anschlagsystem A1 als Maßbezug 
• Schutzfräsen
• Doppelzerspaner
• Schutzfräsen/Nachfräsen
• Verleimteil PUR Kleber mit 24-fach Kantenmagazin
• Linear-Kappen
• (Vor-)fräsen der Kantenüberstände
• Profilfräsen
• Kopierfräsaggregat KFA 30
• Profilziehklinge
• Flachziehklinge
• 3 x Nut-/Falzaggregate

burgbad – Weltmarktführer für erstklassige Badmöbel


burgbad steht für innovative Einrichtungskonzepte für Bäder im wohnlichen Kontext. Das 1946 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert Badmöbel-Lösungen in allen Segmenten – vom familientauglichen Badezimmer in Lack, Holz, Furnier, Acryl, Melamin, Folie oder Landhaus-Stil über design orientierte oder zeitlos klassische Badmöbel bis hin zu individuellen architektonisch progressiven Raumkonzepten. 

An den Standorten Bad Fredeburg, Grafenberg, Allmenrod und im französischen Nogent le Roi beschäftigt burgbad insgesamt rund 720 Mitarbeiter. Seit 2010 ist das global agierende Unternehmen eine 100%ige Tochter der ECZACIBASI-Gruppe.
 

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