Eine ganz andere Ebene: Reste effizient lagern

Ein vom Rohplattenlager entkoppeltes Lager für Großreste über der Säge nutzt diesen ansonsten toten Bereich sinnvoll und steigert durch den schnelleren Zugriff auf Restplatten die Anlagenleistung.

„Die Idee, ein Lager über der Aufteilanlage zu installieren, entwickelten wir zum ersten Mal vor einigen Jahren für einen belgischen Kunden“, erinnert sich David Schelling, der zuständige Produktmanager bei IMA Schelling. Der Kunde, der eine Säge vom Typ fh4 nutzt, wollte die Produktion möglichst nahe zusammenhalten und so wurde das in der Regel ebenerdige Flächenlager vs einfach über die Säge in den ersten Stock versetzt. 


Patentierte Hubscherenkonstruktion

Der daraus resultierende große Weg zur fh4 machte eine lange Hubschere erforderlich. Damit zählte auch die Entwicklung einer patentierten Scherenkonstruktion mit einer Überlänge von 4.700 Millimetern zum Konzept eines Flächenlagers über dem Zuschnitt. Um der Plattenaufteilsäge das Material von oben zuzuführen, und umgekehrt die Großreste aus dem Zuschnitt in das Lager transportieren zu können, sind im Lagerboden über den jeweiligen Sägepositionen Öffnungen vorgesehen. Durch diese fährt die Hubschere zur Plattenaufteilsäge und zurück.

Restelager über dem Zuschnitt

Das Konzept des Flächenlagers über dem Zuschnitt erwies sich in der Folge als sehr erfolgreich und wird seit dem ersten Einsatz heute vor allem als Restelager in Kombination mit der Plattenaufteilsäge ls1 in Losgröße-1-Anlagen mit hoher Materialvielfalt realisiert. Insbesondere Küchenmöbelhersteller scheinen das Konzept des Lagers auf höherer Ebene besonders zu schätzen. „Da die ls1 auf Portal- oder Robotertechnik verzichtet, stattdessen auf ein Rundlaufkonzept mit Umlaufwagen setzt und damit vergleichsweise flach baut, bleibt zwischen Säge und Hallendach in der Regel viel freier Platz. Durch einen Stahlbau mit Zwischenboden kann dieser ansonsten ungenutzte Raum zu einem Lager umfunktioniert werden“, so David Schelling. 

Unterschiedliche Einlagerung

Flächenlager und Restelager unterscheiden sich in der Art der Einlagerung. Im Rohplattenlager werden die Materialien bis zu Höhen von 2.500 Millimeter gestapelt und bei Bedarf von oben abgegriffen. Das Lagern von Großresten erfolgt dagegen typischerweise chaotisch. Daher enthalten die einzelnen Stapel die unterschiedlichsten Materialien in beliebiger Reihenfolge. Um bei Bedarf an das gesuchte Plattenmaterial zu gelangen, müssen die Stapel umgeschichtet werden – nur selten liegt der gesuchte Rest gleich oben auf. Das Umstapeln erfordert neben freien Lagerplätzen auch Zeit. Daher arbeiten die Kunden im Restelager üblicherweise mit Stapeln von nur 700 bis 1.000 Millimeter Höhe – ideal für die Platzierung des Lagers unter dem Hallendach.

 

Entkopplung von Rohplatte und Großresten

Werden Rohplatten und Reste in einem Lager vorgehalten, steigt der Flächenbedarf bei sinkender Effizienz. Denn das Lager kann entweder Rohplatten oder Reste zur Säge transportieren. Eine Entkopplung der Materialzu- und -abführung von Rohplatten und Großresten durch den Betrieb zweier Lager schafft hier Abhilfe. Wird das Restelager dann zusätzlich in die Höhe verlagert, steht mehr Fläche für die eigentliche Produktion zur Verfügung. Überdies liegen die Anschaffungskosten für ein Restelager über dem Zuschnitt deutlich unter denen für andere vertikale Lösungen.

Fazit 

Ein Restelager über der Aufteilanlage bietet sich überall dort an, wo es die Hallenhöhe (mind. etwa 5.000 Millimeter) hergibt und viele unterschiedliche Materialien mit entsprechend vielen Resten verwaltet werden müssen. Zudem gibt ein Lager über der Säge den Platz frei für kurze Wege zu nachgelagerten Bearbeitungsschritten.

Solution - Das Zukunftsmagazin

 

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