Arbeitsplatten automatisiert fertigen

Das Traditionsunternehmen SACHSENKÜCHEN aus der Nähe von Dresden setzt auf die Hightech-Anlagen der IMA Schelling Group. Als jetzt der Hersteller seine automatisierte Fertigung von Arbeitsplatten erweitert hat, entwickelte IMA Schelling eine maßgeschneiderte Lösung für den Küchenspezialisten.

Tradition und Fortschritt – das beschreibt sehr gut den Unternehmergeist des Herstellers SACHSENKÜCHEN. Vor 115 Jahren in Dippoldiswalde vor den Toren Dresdens gegründet, fühlte sich das Unternehmen stets dem technischen Fortschritt verpflichtet und war einer der ersten Küchenhersteller, der seine Fronten durchgängig im Laserverfahren bekantet hat. Die lasergestützte Nullfugenbekantung entwickelte IMA Schelling zusammen mit Partnern vor 15 Jahren. Und genauso lange dauert inzwischen die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Unternehmen. Als die Küchenspezialisten eine neue Anlage für die Arbeitsplattenfertigung installieren wollten, wandten sie sich erneut an die IMA Schelling Group.

„Wir brauchten eine Anlage für die Bearbeitung unseres gesamten Plattensortiments inklusive aller Plattenstärken und bis hin zu Maximalabmessungen von 5300 x 1200 mm“, erklärt SACHSENKÜCHEN-Teamleiter Maik Kulkulka. Weitere Anforderungen waren eine qualitativ extrem hochwertige Bearbeitung aller Materialien sowie die Möglichkeit zum Herstellen von individuellen Ausklinkungen und Ausschnitten für Spülbecken und Kochfelder. „Außerdem mussten zwei manuelle CNC-Maschinen demontiert sowie in einem kurzen Zeitfenster die neue automatisierte Anlage eingebracht und installiert werden. Das haben wir gemeinschaftlich und erfolgreich mit SACHSENKÜCHEN umgesetzt“, erklärt Phil Koppenborg, Projektleiter bei IMA Schelling.

Eine komplett kundenindividuelle Lösung


Unter Berücksichtigung dieser Anforderungen hat IMA Schelling in Zusammenarbeit mit SACHSENKÜCHEN eine komplett kundenindividuelle Lösung entwickelt – bis hin zur Lackierung der Anlage in der Wunschfarbe. Das Herz dieser Lösung ist eine Hochleistungsportalmaschine BIMA Px80, die auf zwei Bearbeitungstischen unterschiedliche komplexe Werkstücke parallel fertigen kann. Ausgerüstet ist das Bearbeitungszentrum mit zwei Frässpindeln, je zwei 18-fach Werkzeugwechslern und einem Verleimteil VT 100/100 mit automatischer Winkeleinstellung bis 45°, das Kanten bis zu einer Höhe von 104 mm verarbeiten kann. Hinzu kommt ein vollautomatisches Nachbearbeitungsaggregat AEK zum Bündigfräsen, Profilziehen und Flachziehen mit bis zu drei Profilen in einem Aggregat.

Die Anlage übernimmt die gesamte Bekantung der Bauteile, sowohl in Längs- wie in Querausrichtung, sowie die Formteilbearbeitung. Auch alle Sondervarianten von Küchen-Arbeitsplatten sowie Kunststoff-Arbeitsplatten und -Abdeckplatten in Bezug auf Form und Gestaltung kann die BIMA Px80 bearbeiten.

Nur ein manueller Arbeitsgang


„In Kooperation mit SACHSENKÜCHEN haben unsere Ingenieure einen automatisierten Prozess für die Arbeitsplattenfertigung aufgesetzt“, erzählt Koppenborg. Das bauseitige System besteht aus einem Flächenlager, das die Platten automatisch zu einer Ablängsäge bringt, die die Arbeitsplatte in der Länge und Breite zuschneidet. Manuell werden die Arbeitsplatten via Transportbahnen an die IMA Schelling-Anlage übergeben und dann zwischengepuffert oder direkt zur Beschickung der BIMA Px80 durchgefördert.

Danach fordert das Bearbeitungszentrum die entsprechenden Platten an, die durch ein separates Beladeportal automatisch auf die Maschine aufgelegt werden. Nach der Bearbeitung entnimmt dieses Portal die fertigen Arbeitsplatten aus der BIMA Px80 und legt sie auf bauseitige Rollwagen ab.

Vollautomatisch in Losgröße 1


„Die Anlage sollte komplexe Werkstücke automatisiert, effizient und mit minimalem Bedienereinsatz fertigen“, so Projektleiter Koppenborg. Für den Prozess ab der Werkstückübergabe vom bauseitigen Zuschnitt-Bereich wurde die Forderung vollständig umgesetzt. Die Anlage arbeitet in der Losgröße-1-Fertigung vollautomatisch bei der Pufferung, Beschickung und Bearbeitung der Bauteile inklusive des Finishs sowie bei der Stapelung von schweren Arbeitsplatten.

„Seit fast einem Jahr ist das Bearbeitungszentrum in Betrieb und arbeitet den gestellten Anforderungen gemäß störungsfrei“, betont Maik Kulkulka. Auch mit dem Service von IMA Schelling ist man in Sachsen vollauf zufrieden. „Der Fernservice mit einem Ticketsystem garantiert eine umgehende Bearbeitung. Geplante Wartungseinsätze laufen sehr gut und Havariefälle werden immer schnell bearbeitet“, erklärt der Teamleiter. Eine weitere Zusammenarbeit mit IMA Schelling plant SACHSENKÜCHEN auf jeden Fall und das nächste Projekt steht auch schon fest: eine Automatisierung der gesamten Frontenfertigung in Lager, Zuschnitt und Bekantungsanlagen mit Transporttechnik, Beschickportalen und Robotersortiersystemen für Fronten vor einer Bohr- und Beschlagmaschine. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von SACHSENKÜCHEN und der IMA Schelling Group, sie wird weitergehen.