KI in der industriellen Produktion VisionAI: Wenn Kunden ihre eigene KI trainieren
IMA Schelling Consulting unterstützt bei Investitions- und Werksentwicklungsplanung
IMA Schelling stellt auf dem Open House 2026 in Lübbecke erstmals VisionAI vor: eine KI-Plattform, auf der Kunden eigene Modelle zur industriellen Bildauswertung trainieren können. Für die Holzverarbeitung sind erste Anwendungen zur Fertigungskontrolle und Qualitätsprüfung bei Referenzkunden im Einsatz. VisionAI ergänzt das bestehende Vision-Portfolio von IMA Schelling und öffnet es für Anwendungsfälle, die der Kunde selbst definiert.
VisionAI ergänzt bestehendes Vision-Portfolio
Bei IMA Schelling werden Bildverarbeitungs- und Inspektionsaufgaben inzwischen mit drei spezialisierten optischen Systemen durchgeführt. Mit Optonic und Fagus-GreCon kommen dabei zwei Technologiepartner zum Einsatz: Optonic erkennt Positionen und Greifpunkte in der robotergestützten Plattenkommissionierung. Fagus-GreCon prüft mittels laserbasierter Geometriemessung die Kantenqualität nach der Kantenbeschichtung. Beide Systeme erfüllen ihre Aufgabe präzise und sind beim Open House in Lübbecke zu sehen. Wo Optonic und Fagus-GreCon klar definierte Aufgaben erfüllen, öffnet VisionAI das Feld für Prüfaufgaben, die der Kunde selbst definiert. So entstehen zahlreiche neue Anwendungsfälle, auch außerhalb der Maschine.
VisionAI Cloud: Eigene Modelle für individuelle Anwendungsfälle
Über einen lizenzbasierten Zugang zur VisionAI Cloud trainieren Kunden ihre Modelle direkt mit eigenen Produktionsdaten – ohne aufwändige Programmierung und ohne externe Spezialisten. Die KI lernt, welche Merkmale im Produktionsprozess einem Sollzustand entsprechen, und meldet beispielsweise Abweichungen oder Häufigkeiten. Auf diese Weise lassen sich beliebig viele Prozessschritte kontrollieren und zertifizieren – auch im Lager oder im Wareneingang.
Die Cloud-Plattform selbst ist hardwareagnostisch aufgebaut. Vorhandene Kameras lassen sich verwenden – zusätzliche kompatible Hardware ist frei wählbar oder bei IMA Schelling erhältlich. Einmal trainierte KI-Modelle lassen sich mit wenig Aufwand um neue Anwendungen oder zusätzliche Prüfmerkmale erweitern. „Wir wollen unsere Kunden in die Lage versetzen, eigene Anwendungsfälle in ihrer Produktion aufzusetzen und die vielfältigen Möglichkeiten dieser Technologie schrittweise zu entdecken“, sagt Hasan Akpinar, Business Operations Manager Vision AI & Service Consulting bei IMA Schelling.
Anwendungen für die Holzverarbeitung
Neben der Cloud-Plattform gibt es bereits konkrete Anwendungen für die Möbelindustrie, die bei ausgewählten Referenzkunden im Einsatz sind. Die automatische Bohrlocherkennung erkennt zum Beispiel Werkzeugbruch, falsche Bestückung oder Bedienfehler während des laufenden Prozesses. Die individuell definierbare Oberflächenerkennung ersetzt manuelle Stichproben durch eine KI-basierte Bewertung in Echtzeit. Fehlerhafte Teile schleust das System aus, noch bevor sie weiterbearbeitet werden. Dadurch sinkt der händische Aufwand bei der Qualitätskontrolle. Gleichzeitig dokumentiert das System den gesamten Prozess und die Daten lassen sich anschließend weiterverarbeiten.
Integration: Wir wissen, wo hingeschaut werden muss
Wo in der Anlage potenzielle Integrationspunkte für VisionAI liegen und wie deren Ergebnisse in die Steuerung zurückfließen, dafür sorgen die Integrationsexperten von IMA Schelling. „Die VisionAI Cloud allein liefert noch keinen wirklichen Mehrwert. Entscheidend ist, wo in der Fertigung hingeschaut wird und wie das Ergebnis den Prozess effizienter macht. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig“, sagt Hasan Akpinar. Die KI-Architektur liefert der Technologiepartner Denkweit aus Halle, ein Fraunhofer-Spin-off mit sieben Jahren Erfahrung in der Bilderkennung mittels künstlicher Intelligenz. IMA Schelling ist für das industrielle Know-how, den weltweiten Vertrieb und die Anlagenintegration verantwortlich.
Vom Pilotprojekt zur Use-Case-Tombola
VisionAI befindet sich seit einiger Zeit in einer umfassenden Pilotphase. Derzeit erprobt IMA Schelling die Bohrlocherkennung im laufenden Betrieb bei industriellen Taktgeschwindigkeiten. Das System vergleicht definierte Soll- und Ist-Zustände und schleust fehlerhafte Teile automatisch aus. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass KI-Anwendungen an der Maschine Produktionsfehler reduzieren und die wirtschaftliche Effizienz steigern. Vom 6. bis 8. Mai 2026 zeigt IMA Schelling VisionAI beim Open House in Lübbecke. Besucher können bei einer Use-Case-Tombola eigene Anwendungsfälle aus ihrer Produktion einreichen. Der überzeugendste Vorschlag wird anschließend umgesetzt, und der Kunde erhält für 12 Monate eine VisionAI Cloud-Lizenz kostenlos.
Ausblick: Über die Holzverarbeitung hinaus
Da Kunden die Modelle selbst trainieren, ist der Einsatz von VisionAI nicht auf die Holzverarbeitung beschränkt. Eine konkrete Anwendung ist beispielsweise die Erkennung von Schnittflächen in der Metallindustrie. Schnittfehler kosten Material und Werkzeug. Wer sie frühzeitig erkennt, hält den Prozess am Laufen und verhindert Mehrkosten durch eine aufwändige Nachproduktion. Auch außerhalb der Maschine ist die Lösung einsetzbar, etwa zur Artikelzählung im Wareneingang. VisionAI ist ab sofort in verschiedenen Lizenzmodellen bei IMA Schelling erhältlich.