IMA Schelling Woodworking
Türenfertigung

Wirtschaftliche und effiziente Türenfertigung im Durchlauf

Die Königsdisziplin

Der Formatierung und Kantenbearbeitung


Tür ist nicht gleich Tür. Ob einfache stumpf einschlagende Tür, gefälzte Zimmertür mit gerader oder profilierter Aufschlagkante, Postformingtür oder Funktionstür – so unterschiedlich sie sind, so verschieden sind auch die Anforderungen hinsichtlich Maschinen- und Aggregatauslegung bei der Kantenbearbeitung. Als Spezialist für innovative Maschinen und Anlagen für die Holzbearbeitung bietet die IMA Schelling Group anforderungsgerechte, individuelle Bekantungsanlagen für den Türenbau im Durchlauf.

Grundsätzlich sind Türen mit einer Stärke von 30 bis 90 mm etwas dicker als typische Rohplatten für die Möbelherstellung. Auch ihr Aufbau aus Vollholz oder mit Riegeln aus Hartholz unterscheidet sich von einer beschichteten Span- oder MDF-Platte. Daher sind für die Bearbeitung von Türblättern Format- und Zerspanungsaggregate mit deutlich leistungsstärkeren Motoren und solide Maschinen gefragt. Zum Vergleich: Die Motorenleistung der Formataggregate für die Bearbeitung klassischer Span- oder MDF-Platten liegt typischerweise zwischen 4,5 und 8 kW. Für die Bearbeitung von Türblättern werden dagegen zerspanende Aggregate mit Motorleistungen von 18 bis 30 kW benötigt. Die extrem robusten, verwindungssteifen und schwingungsarmen IMA Schelling-Maschinen sind zusätzlich ein Garant für die wirtschaftliche und gleichzeitig hochpräzise Fräsbearbeitung mit exzellenter Wiederholgenauigkeit über den kompletten Lebenszyklus der Maschine. 

Neben der höheren Leistung der Formataggregate unterscheidet sich die Formatierung und Bekantung von Türblättern noch in weiterer Weise von der Bearbeitung herkömmlicher Möbelteile. Anders als diese werden Türen nämlich üblicherweise erst quer und dann längs bearbeitet. Durch diese kleine Veränderung sind die aufrechten Kanten der eingebauten Tür von oben bis unten durchgängig und werden nicht durch die Leimfuge der Querkante unterbrochen. 
 

Projekt- und anwendungsspezifische Anlagen- und Aggregatkonstellationen

Je nach Komplexität der Fertigung kommt bei dem Türenbau im Durchlauf die gesamte Bandbreite an Bearbeitungs- und Nachbearbeitungsaggregaten aus dem IMA Schelling-Portfolio zum Einsatz. Das Ergebnis sind optimale projekt- und anwendungsspezifische Anlagen- und Aggregatkonstellationen. Basis hierfür ist eine Maschinentechnologie mit einseitigen, eineinhalbseitigen und doppelseitigen Maschinen. Die kundenspezifischen Ausführungen reichen von halbautomatischen Einzelmaschinen für die Kantenbearbeitung über vollautomatische Produktionslinien bis hin zu Anlagen für die Herstellung von Futterbrettern und Bekleidungsleisten.

In der Regel stellen Türenmaschinen die Königsklasse der Durchlauf-Kantenbearbeitungsmaschinen dar. Typischerweise bilden daher bei der Türfertigung komplett kundenindividuell konfigurierte IMA-Maschinen der Combima-Baureihe den Kern der Fertigungsanlagen. Sie kombinieren die Formatbearbeitung – Formatierung, Fälzung und Profilierung der Türrohlinge – mit der Kantenverleimung und -nachbearbeitung. Dabei finden sowohl gängige Aggregate aus der Möbelteilebearbeitung als auch Sonderaggregate für den Türenbau Verwendung. Für Kunden, die Türen mit unterschiedlichen Dicken fertigen, bietet sich eine Oberdrucksegmentierung an, um die Maschinen bei einem Dickenwechsel nicht mehr komplett leerfahren zu müssen. Zudem machen eigens entwickelte Einschubsysteme für Türrohlinge den Umweg über einen vorgeschalteten Doppelendprofilierer bzw. Formatbearbeitungsautomaten oder eine Referenzfräsanlage hinfällig.

Im Unterschied zur Bearbeitung herkömmlicher Möbelteile kann bei der Türenfertigung allein der Formatbereich länger ausfallen, als eine komplette Möbelteil-Kantenbearbeitungsmaschine. Dabei sind Maschinenlängen von 40 bis 60 Metern keine Seltenheit. Spezielle Antriebssysteme mit zwei Triebstockantrieben (Master & Slave) ermöglichen diese extrem langen Maschinen mit durchgehender Transportkette. In Sonderfällen können sehr lange Maschinen auch mit einem Übertrieb (zwei separate Ketten) ausgerüstet werden. Dies ist beispielsweise von Vorteil wenn die Türfertigung mit Lackieranlagen kombiniert wird und dadurch Verschmutzungen entstehen, die einen Austausch der Kette erforderlich machen. In solch einem Fall muss nicht gleich die gesamte Kette ersetzt werden, sondern nur eine der beiden Ketten. Dies senkt den Wartungsaufwand und damit die Kosten deutlich.

Zusätzlich zur Durchlaufbearbeitung werden CNC-Maschinen für diverse Bearbeitungen, darunter das Erzeugen von Schlosskasten- und Drückergarniturfräsungen, Bänderbohrungen, Lichtausschnitten, Zierfräsungen und vielem mehr, benötigt.

Türen wie aus einem Guss – ein neues Verfahren der IMA Schelling Group machts möglich

Die Nullfuge ist ein Zeichen hochklassiger Möbel. Sie wird heute durch das Bekanten der Teile mit Laser erreicht. Dabei ist das Aktivieren der Funktionsschicht des Kantenmaterials unmittelbar vor dem Fügen an das Werkstück entscheidend für die Kantenqualität. Bei geraden Schmalflächen ist dies kein Problem, da die Kante in einem Bearbeitungsschritt angebracht wird. Bei Türfalzen sind dagegen mehrere Schritte erforderlich, um die Kante in die Kontur zu formen. So wird beim Bekanten von Türfalzen das Kantenmaterial zunächst an der Aufschlagkante angebracht, im Längsdurchlauf danach geschlitzt, um sich formschlüssig gegen die Querkante zu legen, und dann in die Falzkontur geformt. Das Kantenmaterial wird hierbei an den Biegestellen durch Ritzen geschwächt.

Bislang galt die Laserbekantung solch profilierter Schmalflächen als nicht machbar. Doch IMA Schelling bewies nun das Gegenteil. Auf Basis des etablierten High-end-Laserverfahrens wurde eine innovative Lösung entwickelt, mit der sich die verfahrenstechnischen Vorteile der Nullfuge auch für Türfalze nutzen lassen.

Dickkante in Form gebracht

Mittlerweile hat neben der klassischen Dünnkante zur Falzausleimung auch die Kunststoffdickkante bis 2 mm Stärke den Weg zur Tür gefunden. Die Integration zusätzlicher Kantenbearbeitungsschritte vor dem Verleimen gestattet das Einformen und Verleimen der Dickkanten in die Falzkontur. Für eine optimale Nachbearbeitungsqualität lassen sich zusätzliche Aggregate wie Profilziehklingen, Kopier- und Eckenrundungsaggregate problemlos in die Maschinen integrieren. 

Die Vorteile der Dickkanten liegen in einer verbesserten Haptik und Optik. Funktional können sie zu einer Aufwertung des Produkts beitragen, da sie strapazierfähiger und weniger stoßempfindlich als Dünnkanten sind. Durch das Anfräsen kleiner Radien folgt das Türendesign dem Möbeldesign. Darüber hinaus können Türen mit Dickkante auch eine preiswerte Alternative zur Funktionstür mit angegossener PUR-Kante darstellen. 

Anlage mit Prototypencharakter

Ein typisches Beispiel für einen komplett individuell konfigurierten Türenfertigungsprozess ist die von IMA Schelling gemeinsam mit und für den Türenhersteller HUGA KG entwickelte, weltweit einmalige Postforming-Anlage für die Herstellung von Bekleidungswinkeln aus bereits beschichteten Materialien. Das Verfahren vereinfacht den Produktionsablauf von Bekleidungswinkeln ganz wesentlich und ermöglicht gleichzeitig die Fertigung von runden Winkeln im Durchlauf aus bereits beschichteten Plattenmaterialien mit strapazierfähigen Durat®-Oberflächen. Kern der insgesamt rund 54 Meter langen Anlage zum Bearbeiten der besonders schmalen Roh- und Fertigteile (min. Fertigmaß: 56 mm) sind zwei versetzt angeordnete doppelseitige Combimas. 

Die fertig beschichteten rohformatigen Platten werden vor ihrem Eintritt in den vorderen Maschinenteil in schmale Streifen aufgetrennt. Ein spezielles Einschubsystem führt diese Streifen spannungsfrei zwischen Kette und Oberdruck. Durch das doppelseitige Formatieren entsteht dann ein paralleles Werkstück, das problemlos mit einer Durchlaufgeschwindigkeit von 28 m/min in der Maschine zu einem Bekleidungswinkel mit Falzbekleidung und Wandanschluss gefaltet werden kann. Zusätzlich sind die Combimas mit verschiedenen klassischen Formatbearbeitungsaggregaten zur Erzeugung eines speziellen selbsttragenden Profils für den Bereich der Biegestelle und mit automatisch geregelten Heizzonen ausgerüstet, die dafür sorgen, dass jedes Teil die richtige Verarbeitungstemperatur besitzt.

Dank des neuen Verfahrens besitzen Zier- und Falzbekleidung von HUGA exakt die gleiche Farbe und Oberflächenstruktur wie Tür und Futterbrett. Da zudem der Zuschnitt von Bekleidungswinkelstreifen in jeder beliebigen Breite aus einer vorbeschichteten Platte möglich ist, entfallen Folienwechselzeiten und Lagerhaltung verschieden breiter Folienrollen. Alle erforderlichen Verstellungen erfolgen automatisch.

Zurzeit bearbeitet die Anlage, die zwei alte Fertigungsanlagen ersetzt, Teile mit Längen von 2000 mm, 2200 mm, 2600 mm und 3000 mm mit einem Vorschub von 28 m/min und einer Teilelücke von 500 mm.

Fazit

Unabhängig davon, welche Art von Türen auf welche Weise bearbeitet werden sollen und ob es sich um Serien- oder Losgröße-1-Fertigung handelt, bietet die IMA Schelling Group individuell konzipierte, wirtschaftliche Komplettlösungen für die Türenfertigung im Durchlauf an.

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